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Dörren



Die älteste Methode des Haltbarmachens: Dörren Die wichtigsten Tipps zum richtigen Dörren von Obst und Gemüse.

Als das Tiefkühlen den Siegeszug antrat, sagten viele das Dörren tot. Doch seine vielen Vorteile haben diese älteste Methode des Haltbarmachens lebendig erhalten: Dörrobst und Dörrgemüse sind einfach zu lagern, halten sich jahrelang (ein idealer Notvorrat!), sind schmackhaft, da durch die Trocknung noch aromatischer als frisch, und schließlich sind sie Grundlage einer ganzen Reihe von beliebten Gerichten und Gebäcken.

Preisgünstig einkaufen Wer zum Dörren Obst und Gemüse kaufen muss, sollte auf Aktionen achten und vor allem auf Obst der 2. Handelsklasse zurückgreifen. Aber: In jedem Fall müssen Gemüse und Früchte gut reif und gesund sein. Faule Exemplare werden auch durch Dörren nicht wieder «gesund», und zähe Bohnen bleiben zäh.

Wie man Dörrgut richtig vorbereitet Ob Sie im Backofen (besonders geeignet: Heißluftöfen), mit dem Dörrexapparat oder aber in einer großen Gemeinschaftsanlage dörren, die Vorbereitung der Früchte und des Gemüses bleibt sich gleich.

Äpfel: Sie sollten festes Fruchtfleisch besitzen. Lagersorten erst bei Eßreife dörren. Wer saure «Stückli» liebt, wählt z.B. Gravensteiner, Glockenäpfel, Boskop, Jonathan oder Maigold. Saure Apfelsorten immer schälen, bei süßen ist es nicht nötig. Äpfel in Ringe (knapp 1 cm dick) oder Schnitze (1,5 bis 2 cm dick) schneiden, Kerngehäuse und Fliege entfernen. Damit die Apfelstücke nicht braun werden, nach dem Rüsten sofort 5 bis 10 Minuten in Wasser mit Zitrone oder Salz (10 g auf 1 l Wasser) oder Ascorbinsäure (1 g auf 1 l Wasser) legen.

Birnen: Besonders empfehlenswerte Sorten zum Dörren sind Thirriot, Neue Poiteau, Schwyzerhose, Gute Louise, verschiedene Längler, Wasserbirne. Williamsbirnen ergeben auch in überreifem Zustand (dann besonders preisgünstig erhältlich!) ausgezeichnete Dörrresultate. Überhaupt sollten die meisten Birnensorten mit Vorteil kernhausteig sein. Ganze Birnen werden vor dem Dörren in Wasserdampf geschwellt, bis sie sich mit einem Hölzchen durchstechen lassen. Halbierte Birnen oder auch Schnitze können ungeschwellt mit der Schnittfläche nach oben gedörrt werden.

Steinobst: Zwetschgen und Pflaumen sind dann im perfekten Reifestadium zum Dörren, wenn sie am Stiel zu schrumpfen beginnen. Sie werden meistens ganz, also mit Stein, gedörrt. Zwetschgen lassen sich auch im halbgedörrten Zustand halbieren und entsteinen. Aprikosen sollten halbiert werden, ganze nehmen gerne den Geschmack des Steins an. Sie werden - wie Pfirsiche -in Zuckerwasser mit etwas Zitronensaft ganz kurz blanchiert, dann gut abgetropft mit der Schnittfläche nach oben auf das Dörrgitter gelegt (wegen des Saftes!). Pfirsiche geben zwar gute Resultate, verlieren aber stark an Farbe.

Bohnen: Sie sollten zartfleischig und fadenlos sein. Empfehlenswert sind alle Stangenbohnen. Während ca. 2 Minuten in kochendem Wasser blanchieren, bis sie biegsam sind. Trocknen und sofort dörren.

Tomaten: Eine Spezialität, die Sie unbedingt einmal versuchen sollten! Gedörrte Tomaten eignen sich sehr gut für aromatische Saucen und als idealer Wanderproviant. Wichtig: fleischige Sorte mit möglichst wenig Saft wählen. Tomaten werden quer halbiert und mit der Schnittfläche nach oben auf das Dörrgitter gelegt.

Pilze: Pilze immer sofort erlesen und sofort dörren. Pilze allenfalls zerschneiden, jedoch nie waschen, da sie sich verfärben. Bei Morcheln den Sand mit einem Pinsel entfernen, bei Steinpilzen schabt man unschöne Stellen ab. Eierschwämme eignen sich nicht zum Trocknen, da sie auch durch Einweichen und Kochen nicht mehr weich werden.

Suppengemüse: Es wird gerüstet und in Stückchen geschnitten, blanchiert oder roh gedörrt. Kartoffeln sollten weggelassen werden, da sie sich grau verfärben. Wird Blumenkohl dazugegeben, muss dieser in jedem Fall kurz blanchiert werden.

Kräuter: waschen, trocknen lassen. Schnittlauch schneiden, Peterli hacken, die ändern Kräuter ganz lassen. Die gedörrten Blätter lassen sich nachher leicht abstreifen.

Die wichtigsten Dörrtipps: Man wappne sich mit Geduld: Das Dörren muss schonend und langsam vor sich gehen. Zu rasches Dörren, aber auch zu hohe Temperaturen ergeben steinhartes und bitteres Dörrgut. Ungenügend Gedörrtes hingegen ist nicht haltbar und bläht sehr schnell auf. Die Temperaturen dürfen bei Früchten 60 Grad, bei Gemüse 70 Grad nicht übersteigen. Wichtig: Das Dörrgut nicht nur von Auge, sondern auch mit den Fingern prüfen. Das Dörrgut immer wieder etwas umschichten, nie jedoch in mehreren Lagen auf das Gitter legen. Frische Ware zuunterst bei der Heizquelle einschieben und während des Dörrens Stufe für Stufe nach oben verlagern. Immer wieder kontrollieren, auf keinen Fall das Dörrgut sich selbst überlassen!

Fertig getrocknetes Dörrgut sollte sich hart, aber nicht steinhart anfühlen. Zu weiches Dörren empfiehlt sich nicht, da nicht lange haltbar. Gedörrtes wird wieder weich, wenn es der Luft ausgesetzt ist. Es empfiehlt sich, das Dörrgut die ersten 4-6 Tage in Stoffsäckli, später jedoch dann in Blechbüchsen, Einmachgläser oder Plastikdosen zu füllen, damit es vor Ungeziefer geschützt ist.

Tipp: Die hübschen Stoffsäckli können auch mit einem Plastikbeutel ausgekleidet werden zum Schutz gegen unliebsame «Gäste».

Wichtig: Alles Dörrgut während der Lagerung von Zeit zu Zeit kontrollieren. Energiefreundliches Dörren Gerade bei den speziellen Dörrapparaten für den Hausgebrauch ist der Stromverbrauch gering. Für das Dörren von 1 kg Aprikosen rechnet man z.B. mit einem Verbrauch von 0,3 Kilowatt (300 Watt) pro Stunde. Auf eine Dörrzeit von 12 Stunden für Aprikosen macht dies 3,6 kW aus.

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