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Senf



Senf gehört zu den beliebtesten Gewürzen. Nicht zuletzt, weil dabei sowohl der empfindliche Gaumen wie auch die an Scharfes gewöhnte Zunge auf ihre Rechnung kommen. Von aromatisch mild bis beißend scharf reicht die Fülle der Senfsorten, deren wichtigste Typen wir Ihnen vorstellen möchten.

Gelber und brauner Senf Ausgangsprodukt jedes Senfs sind die Senfkörner. Wir unterscheiden zwischen dem gelben oder weißen Senf (sinapis alba) und dem braunen oder schwarzen Senf (brassica nigra). Die gelbblühende Senfpflanze, die auf der ganzen Welt angebaut wird, ist ausgesprochen schnellwüchsig. Für die Gewürzherstellung werden die reifen Samen verwendet, welche in den Schotenfrüchten der Blütenstauden enthalten sind.

Die Kunst des Mischens Ähnlich wie Getreide werden die Pflanzen gedroschen. Die Körner des gelben Senfs sind blassgelb und zwischen 1,5 und 2,5 mm groß, jene des braunen Senfs sind dunkel und etwas kleiner. Doch auch aus dunklen Senfkörnern lässt sich ein heller Senf herstellen, wenn die Schalen entfernt werden. Das ist wichtig, da der braune Senf viel schärfer als der gelbe Senf ist, welcher sich vor allem durch sein abgerundetes Aroma auszeichnet. Je nach Anteil von Braunsenf schmeckt der Senf milder oder schärfer. Es gehört zur Kunst des Senfherstellers, die richtigen Sorten aus den verschiedenen Anbaugebieten so auszuwählen, dass die gewünschte Senfmischung entsteht.

Würz-Geheimnisse Die Senfherstellung ist eine wahre Wissenschaft: Nach gründlichem Trocknen werden die Senfsamen gereinigt, gemahlen, entölt, mit Flüssigkeit (Wasser, Essig, Most, Wein oder sogar Champagner) vermischt und mit Gewürzen verfeinert, deren Zusammensetzung das gut gehütete Geheimnis jedes Senfherstellers ist. Als Senfgewürze werden unter anderem Salz, Zucker, Majoran, Thymian, Paprika, Ingwer, Muskat, Nelken, Kardamom, Koriander, Kümmel, Zimt, Knoblauch, Zwiebeln und Meerrettich verwendet.

Feinde: Senf und Luft Der junge Senf wird zur Reifung je nach Sorte zwischen zwei und zwölf Wochen in großen Holzfässern gelagert, damit er sein volles Aroma entfalten kann. Dann wird er in Tuben, Gläser und Töpfe abgefüllt, wobei er möglichst wenig mit Luft in Verbindung kommen darf, da sonst Schärfe und Aroma beeinträchtigt werden. Deshalb sollte Senf auch immer gut verschlossen aufbewahrt werden.

Die wichtigsten Senf Sorten Und das sind die wichtigsten Mitglieder der großen Senf-Familie:

Milder Senf: auch Tafel- oder Delikates-Senf genannt. Mischung aus verschiedenen milden gelben Senfsaatsorten. Schärfe kaum mehr wahrnehmbar, aromatisches und ausgeglichenes Aroma (z.B. der «blaue» Thomy Senf mild).

Mittelscharfer Senf: durch Braunsenfzugabe (bis fünfzig Prozent Anteil) in unterschiedlich abgestufter Schärfe erhältlich.

Scharfer Senf: fast ausschließlich aus brauner Senfsaat hergestellt, deren Schalen abgesiebt wurden.

Dijonsenf: dieser französische Senf ist weltberühmt wegen seines feinen, mild-scharfen Aromas. Auch hier werden die braunen Senfsamen von ihrer äußersten Schale befreit. Je nach Sorte wird der Dijonsenf mit Weißwein angemacht. Früher wurde er mit dem Saft von grünen Trauben, also mit Most, hergestellt. Dieses Verfahren kannten schon die Römer, die den Senf auch «mustum ardens» (feuriger Saft) nannten. Daher stammt übrigens auch die Bezeichnung Mostrich.

Meerrettichsenf: scharfem, manchmal aber auch mildem Senf wird der «beißende» Meerrettich beigefügt. Nur für Senfliebhaber, die es besonders scharf mögen!

Rôtisseur-Senf: grobgemahlene Braunsenfkörner, in Wein oder Champagner eingelegt und mit mildem Senf vermischt. Eine Spezialität für Feinschmecker, die sich auch zum Marinieren, Braten und Grillieren eignet (z.B. Thomy Senf gros grains oder Thomy Moutarde des Rôtisseurs).

Süßer Senf: eine Spezialität aus Süddeutschland, auch Weißwurstsenf genannt, deren Schärfe durch Pressen abgebaut wurde; gezuckert und gebrannt, wodurch ein leichter Caramelgeschmack entsteht.

Diätsenf: mild, Zucker durch Süßstoff ersetzt. (Thomy Diätsenf z.B. enthält kein Kochsalz, aber wenig Zucker.) Senfmehl: sehr scharf. In England und den USA weit verbreitet, setzt sich bei uns erst allmählich durch. Zum Abschmecken pikanter Saucen (z.B. der berühmten englischen Cumberland-Sauce) und zum Würzen von Fleisch- und Fischgerichten hervorragend geeignet. Man kann sich aus Senfmehl aber auch durch Zugabe von Salz und Wasser, Madeira, Portwein, Wein, Most oder Essig einen Senf nach eigenem Geschmack mischen.

Senfkörner: meist aus Gelbsenfsaat. Zum Einlegen und Einmachen von Gurken, Kürbis, Sauerkraut, Fisch usw. (konservierende Eigenschaft, hält Einlegeflüssigkeit klar). Die Verwendung von Senfkörnern hat nur dann einen Sinn, wenn die Samen genügend Zeit haben, um ihr Aroma zu entwickeln.

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